Bewegung- die Ausdrucksart der Kinder!

Bewegung war schon immer wichtig für Kinder, aber früher war es ihnen eher möglich auf der Straße zu spielen, im Garten herumzutoben oder Ähnliches. Die Reize, denen die Kinder heutzutage ausgesetzt sind, sind wirklich gewaltig. Der Fernseher und der Computer sind ihre Freunde und anstatt, dass Kinder hinausgehen und z.B. Tennis spielen, wird eine Spielkonsole gekauft und damit Tennis gespielt- ist das nicht paradox!?! Ich war ein Kind, dass sehr viel Bewegung gebraucht hat und ständig am Laufen, Radeln, Hüpfen und Klettern war. Zum Glück war mir dies möglich, denn wäre ich heute ein Kind, wäre ich sicher als hyperaktiv abgestempelt worden, nur weil ich einfach sooo viel Energie hatte!

Bewegung ist nicht nur als Verarbeitungsquelle der Reize, die auf einen einwirken wichtig, sondern ist die erste und unmittelbare Äußerungsform von Kindern. Denn wenn sich ein Baby freut reagiert es mit dem ganzen Körper, indem es mit seinen Armen und Beinen wackelt. Der Körper ist ein wichtiges Medium und bietet ganzheitliche (das heißt, man nimmt mit Hand, Herz und Kopf Dinge wahr) Förderung. Das Kind kann sich durch seinen Körper ein Bild von sich selbst machen. Kinder nehmen das meiste über die Sinne auf, genau deswegen bietet sich z.B. ein Spaziergang im Wald an. Der Wald duftet und stimuliert so dem Geruchssinn, der Boden ist uneben, was den Gleichgewichtssinn und die gesamte Grobmotorik (=Bewegung des ganzen Körpers) fördert, das Sammeln von Naturmaterialien regt die Feinmotorik (=Bewegung der Hände) und den Tastsinn an. Der Wald bietet dem visuellen Sinn eine besonderes Erlebnis. So einfach kann Förderung aussehen! 

Durch die Bewegung können Kinder über die Raum- und Lagewahrnehmung einiges lernen. Dieses Wissen ist für das spätere Schreiben wichtig. Bewegung unterstützt Wachstumsreize, trainiert die Muskulatur und ermöglicht eine gute Beziehung zum eigenen Körper. Umso mehr Bewegung die Kinder haben, desto weniger Unfälle passieren, da sich die Kinder einschätzen können. Für die Körpererfahrung bedeutet es folgendes: Das einzelne Kind lernt die Grenzen und Signale seines Körpers kennen. Durch Bewegung gewinnt das Kind Vertrauen in seine Fähigkeiten und lernt spielerisch über Gesetzmäßigkeiten- lasse ich den Stock fallen, liegt er kurz darauf am Boden. Über die Bewegung kommen Kinder in sozialen Kontakt, lernen Kompromisse zu finden, sich mit zuteilen, denn wenn ein Kind einen Ball hat, den ich auch möchte muss ich mich arrangieren. 

Bewegung ist fast immer und überall möglich- man muss sie nur zulassen und kreativ sein. Viel Spaß dabei!

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Mein Bild vom Kind

Ich finde es wichtig, dass ihr wisst, wie ich Kinder sehe und wie ich mit ihnen umgehe, damit ihr meine Einträge, Äußerungen und Ähnliches besser verstehen könnt. Diese Punkte sind nicht nach Wichtigkeit gereiht, ich habe sie aufgeschrieben, so wie sie mir in den Sinn gekommen sind und mir werden sicherlich noch einige Punkte einfallen und nachtragen.

Ein Kind ist meiner Meinung nach das kostbarstes Gut! So trete ich jedem Kind mit viel Respekt entgegen. Über den Respekt zu Kindern könnte ich nun Seiten füllen, aber ich möchte mich kurz halten. Es ist einfach meine Haltung gegenüber Kindern. Ich lasse mich auf jede Art, wie die Kinder sind ein und versuche ihnen zuzuhören, sie ernst zunehmen und sie zu verstehen. Denn jedes Kind ist etwas Besonderes und hat so wie wir Erwachsenen Eigenheiten. Doch genau, die sind es die uns eigentlich ausmachen. Ich gebe den Kindern Zeit, denn auch das zählt für mich dazu. Ich habe zu Beginn des Kennenlernens eines Kindes, eine eher abwartende Haltung, bei der ich mich schon mit dem Kind beschäftige, aber immer wieder warte, was vom Kind kommt. Ich lasse Kindern Zeit sich auf mich einzulassen und umgeht, denn so wie wir Zeit brauchen um uns in einem fremden Land zurecht zu finden, brauchen Kinder Zeit um neue Personen, Situationen und Ähnliches anzunehmen. Weiters versuche ich den Kindern immer Zeit und Respekt entgegenzubringen, um sich mir mitzuteilen, egal wie gut sie die Sprache schon beherrschen.  

Weiters versuche ich in meiner täglichen Arbeit mit Kindern ihnen das Gefühl zu geben, dass sie für die Gemeinschaft wichtig sind. So gehören für die Kinder lösbare Aufgaben zu meiner Tagesordnung. Zum Beispiel dürfen sich die Kinder, mit meiner Hilfe, in der Krippe, selber einschenken, mit dem Waschen und Schneiden von Gemüsen und Obst helfen,… Außerdem ist mir auch wichtig, dass Kinder sich neuen Aufgaben stellen und ich dass anerkenne. Ich versuche Kinder immer wieder zu ermutigen (aber NIE zu überreden) und gebe gerne Hilfestellungen. Ich habe den Leitsatz von Montessori angenommen, dieser lautet “Hilf mir es selbst zu tun!”. Ich versuche auch in der Gemeinschaft, die Kinder zu ermutigen, sich Hilfe zu holen und gemeinsam an Lösungen zu feilen falls es Probleme gibt. Ein “Dass traue ich dir zu!” kann manches Mal der Grund sein, warum ein Kind sich einer Herausforderung stellt.

Das Verbalisieren der Gefühle ist mir persönlich sehr wichtig. In dem ich offen mit meinen Gefühlen und den Gefühlen der Kinder umgehe, lernen sie diese einzuschätzen und in Worte zu fassen. Wenn ein Kind zu mir kommt und meint jemand habe es gezwickt, frage ich das Kind, ob es ihm weh getan habe und ob es das möchte, das Kind wird zugeben, dass es weh getan hat/tut und es dies nicht wolle, dann bitte ich das Kind, wenn nötig mit meiner Hilfe, es ihm/ ihr zu sagen. Das Kind, das gezwickt wurde hat erstens einmal das Gefühl ernst genommen zu werden. Zweitens lernt es zu verstehen was weh tun bedeutet und was es möchte. Weiters lernt das Kind zu entscheiden, ob es das möchte oder nicht und das es ein Recht darauf hat “Nein!” zu sagen. Ich sage auch dazu “Sag es dem Kind, vielleicht weiß es nicht, dass es weh getan hat!” Den Mut zu haben, jemanden zu sagen: “Nein! Ich möchte, dass nicht- du hast mir weh getan!” ist doch gewaltig. Wenn ein Kind weint, wird es bei mir nicht mit einem, “Dass wird schon wieder”, oder “Du brauchst nicht weinen,…” abgetan. Ich sage was ich sehe. “Du weinst! Du bist traurig! Was ist den so schlimm, dass du weinen musst! Vermisst du deine Mama? Ich weiß sie kommt wieder, aber sie kommt dann! Hat sie gesagt wann sie kommt? Nach dem Jauseessen vielleicht? Das ist eh schon bald!” Und wenn die Mama wieder kommt begleite ich das Freuen des Kindes oft mit “Schau da ist sie wieder deine Mama! Jetzt brauchst du nicht mehr traurig sein”, oder “da freust du dich aber!”

Obwohl das im Punkt Respekt vorgekommen ist möchte ich es nochmals erwähnen. Zeit geben fällt uns heutzutage schwer, denn keiner hat sie mehr. Aber ich versuche mich immer wieder daran zu erinnern, dass jedes Kind seinen eigenen Rhythmus hat. Das kann man schon ab der Geburt erkennen. Jedes Kind hat einen anderen Tag- Nachtrhytmus, kann sich schneller oder langsamer, als andere Kinder beruhigen, beginnt nach seinem eigenen Rhythmus zu Sprechen, zu Krabbeln oder zu Laufen. Dies sind nur wenige Beispiele, die uns zeigen, dass das Kind von Anfang an eine Persönlichkeit ist. Ich vertrete in diesem Punkt dieselbe Meinung, wie der bekannte Pädagoge Janusz Korczak. Er war weiters, so wie ich der Ansicht, dass man mit Kindern jeden Tag lebt, man lässt sie am täglichen Leben teilhaben. 

Wo wir auch schon beim nächsten Punkt wären- der strukturierte Tagesablauf. Dieser gibt den Kindern die nötige Sicherheit, die sie im Leben brauchen. Wenn man sich vorstellt, dass Kinder noch kein bzw. nicht viel Zeitgefühl haben, kann man sich vielleicht vorstellen, wie viel Sicherheit der immer gleichablaufende Tag, gibt. Die Reihenfolge der Situationen, wie in die Krippe kommen, spielen, jausnen, wickeln, gemeinsam was machen, mittagessen, rasten,… bleiben gleich, die Gestaltung der Übergänge zwischen den einzelnen Siuationen kann beliebig gestaltet werden. Wenn ich immer wieder etwas ein bisschen anders mache, bleibt es für die Kinder trotz der Sicherheit, die ihnen vermittelt wird, spannend. Diese Sicherheit schafft auch Vertrauen, denn die Kinder wissen- ich kann mich darauf verlassen. 

Vertrauen ist einer der wichtigsten Punkte, wenn es um die Beziehung zu Kindern geht. Jedoch ist es ein gegenseitiges Vertrauen. Es ist wissenschaftlich erwiesen- über eine Beziehung kann man zu Kindern mehr erreichen. Ich für mich kann das bestätigen, denn wenn mir eine vertraute Person, sagt, was ihr gut an mir gefällt, was sie stört,… kann ich es besser annehmen, wie wenn es mir eine fremde Person mitteilt. Über eine Beziehung kann man Kindern sehr viel mitgeben. Nicht nur in dieser Richtung versuche ich den Kindern ein Vorbild zu sein. 

Die Wirkung als Vorbild mache ich mir zu Nutzen, denn Kinder lernen, speziell im Krippenalter über Lernen am Modell bzw. durch Nachahmung. Alle Personen, mit denen das Kind zusammen ist, haben ein Wirkung auf das Kind. Denn die Handlungen, Äußerungen und Ähnliches werden übernommen. So nütze ich diese Tatsache z.B. beim Einräumen der Spielsachen, indem ich den Kindern mit einem Lied oder einem Signal mitteile, dass wir nun einräumen und einfach damit beginne. Manche Kinder verstehen verschiedene Wörter noch nicht, deswegen finde ich es umso wichtiger, es mit Sprache zu begleiten. Nicht nur Gefühlen verleihe ich mit Sprache Ausdruck, sondern auch meinen Handlungen. Klar, dass auch für mich als Vorbild dieselben Regel gelten, wie für die Kinder. So setzte ich mich z. B. nicht auf den Tisch, wenn ich das von den Kindern auch nicht möchte.

Weil wir schon beim Vorbild sind- ich als Person muss identisch sein, es nützt nichts sich vor den Kindern zu verstellen, denn Kinder merken das sehr schnell. Erstens sind sie dadurch verwirrt, weil man sich nicht auf ewig verstellen kann und zweitens haben Kinder als Babys gelernt mit den Augen, dem Tonfall und der Körpersprache sich zu orientieren. Es ist fast unmöglich mit der Sprache etwas zu sagen und dieseleben Signale mit dem Körper auszustrahlen, wenn man sich verstellt. Auch wenn man einmal Kopfweh hat oder es einem einfach nicht gut geht, darf man es zulassen. Sofern es nicht jeden Tag vorkommt, können Kinder sehr wohl Verständnis dafür zeigen.

Grenzen, machen es möglich, in einer Gemeinschaft zusammen zu leben. Es gelten dieselben Regeln für alle Kinder und auch die Erwachsenen, die bei ihnen sind. Mit kleinen Abweichungen, wie z.B. die Tatsache, dass wir beim Jausnen zwar alle sitzen bleiben, aber die Erwachsenen hin und wieder aufstehen um die Teller wegzuräumen, oder etwas Aufwischen, wenn ausgeschüttet wurde. Grenzen sollten konsequent durchgehalten werden, jedoch müssen sie immer wieder auf die Gültigkeit geprüft und wenn nötig verändert werden. Es gibt nicht viele Regeln, aber die gelten für alle. Denn an ein ständiges “Nein!” kann man sich nicht halten.

Die Kinder haben, bei mir, immer wieder die Freiheit ihr eigene Meinung einzubringen und sich zwischen verschiedenen Dingen zu entscheiden, natürlich ist das nicht immer möglich, aber ich versuche es so oft, wie es geht zu ermöglichen. Sie haben auch die Freiheit selbst Erfahrungen zu machen, den aus solchen lernen Kinder besonders viel. Wenn man etwas aus dem eigenen Antrieb heraus macht, ist das Gehirn aufnahmebereiter und speichert die Erfahrungen tiefer im Gehirn. In der Fachsprache nach Montessori könnte man es die “Polarisation der Aufmerksamkeit” nennen, die Hand in Hand mir der “sensiblen Periode” geht. Sensible Perioden sind Momente, in denen Kinder besonders empfänglich für den Erwerb verschiedener Fähigkeiten sind. Wenn ich eine solche bei einem Kind entdecke mache ich ein Projekt daraus. Projekte sind die Aushängeschilder für die Reggio- Pädagogik. Somit verbinde ich verschiedene Ansätze der Pädagogik mit meinen eigenen Vorstellungen. Das ist meine Freiheit als Erzieherin.

Mir sind keine wissenschaftlichen Fakten wichtig, ich habe meinen eigenen Erziehungsstil, den ich zu 100% vertreten kann. Durch neue Erfahrungen lerne ich dazu und verändere manche Ansichten, aber das ist auch gut so, denn ein starres Erziehungskonzept lässt keinen Platz für Freiraum und Freude, den keine dieser Ansichten könnte ich vertreten, wenn ich nicht glücklich mit meinem Beruf wäre, denn glauben Sie mir, Kinder können sehr anstrengend sein. Jedoch ziehe ich aus dem Spaß, den ich mit den Kindern habe, die Unbekümmertheit, die Kinder an den Tag legen und all die schönen Momente, die ich mit ihnen erleben darf, meine Kraft. Ich gehe nicht nach Büchern, obwohl ich gerne über die Entwicklung und Erziehung von Kindern lese, die Ansichten und Ratschläge sollen für mich als Anregung dienen und meinen Horizont erweitern und nichts vorschreiben.

Spaß zu haben, etwas einmal nicht so ernst zu sehen, ist so finde ich, ganz wichtig. Einfach einmal lachen, dass holt uns nicht nur aus unserem ICH-bezogenen Dasein weg sondern zeigt den Kindern, dass sie mit mir Spaß haben können. 

Man kann das Verhalten eines Kindes ablehnen, aber NIE das Kind selber - ”Das war böse- lass das bitte!” aber nicht: “Du bist böse, sei doch einmal brav!” Aus der 2.ten Aussage hört ein Kind nur ich bin schlecht. Durch die 1.te Aussage kann sich das Kind vorstellen, was man von ihm will. Weiters ist es auch besser, das Wort “nicht” zu vermeiden, da das Gehirn das Wort “nicht” nicht verarbeiten kann. Vereinfacht gesagt versteht ein Kind bei folgenden Satz: “Bitte beiß ihn nicht!”- “Bitte beiß ihn!” Die Herausforderung diese Erkenntnis umzusetzen liegt darin, dass man einen grammatikalisch richtigen Satz bildet, bei dem das Kind weiß, wie es sich zu verhalten hat. Ein Kind, das der Sprache noch nicht mächtig ist, beißt, zwickt oder haut schneller hin, als ein Kind, dass sagen kann was es will. Meine Aufgabe als Kindergärtnerin, in der Gruppe, ist es unteranderen, Situationen aufzugreifen, wo die Kinder mit Gewalt das Problem lösen wollen. Absolut keine Lösung ist es, wenn ich dem Kind, das das Spiel weggenommen hat, es entreiße und es dem ursprünglichen Besitzer zurück geben, denn dann zeige ich den Kindern das, was ich nicht möchte und sage: “Du sollst es ihm nicht wegnehmen!” und dabei nehme ich es vielleicht sogar gewaltsam weg. 

Eigentlich wollte ich mich, so wie ich oben geschrieben habe, kurz halten, aber das war das Kürzeste was ging. Mir sind Kinder einfach sooo unglaublich wichtig, ich konnte ihnen nicht noch weniger Worte zukommen lasse, jedoch habe ich sicher, das Eine oder Andere vergessen.

Zum Glück handelt sich, bei der vorher geschriebenen kurzen Länge meines Artikels um kein Versprechen, das ich einem Kind gegeben habe, denn sonst hätte ich sein Vertrauen nun, verletzt.

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Schön, dass es euch gibt!

Heute wurde mir wieder einmal bewusst, wie froh ich bin, dass ich soooo viele liebenswerte Menschen um mich herum habe. Danke, dass es euch gibt!!!

In diesem Sinne wünsche ich euch noch einen besonderen Abend!!!

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Die Sache mit dem Sauberwerden

Ich habe zu diesem Thema schon immer einen besonderen Bezug, weil es ein Tabuthema ist und ich einfach ein offener Mensch war- bin- und sein werde. Genau deswegen habe ich mich im Zuge meiner Matura, an der BAKIP (Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik) Wiener Neustadt mit dem Sauberwerden, ein Jahr lang,  näher beschäftigt und möchte das Ergebnis hier zur Verfügung stellen. Da ich in Pädagogik diese Diplomarbeit geschrieben habe, durfte der Bezug zu Freud, Pawlow und Co nicht fehlen.

Viel Spaß beim Durchschmöckern und nehmt euch etwas Zeit um es wirken zu lassen. 

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